Begriffe, Tagestypen, Profilformen und Handelseinsatz — nach James F. Dalton, Eric I. Jones & Robert B. Dalton. Interaktives Referenz-Handout.
Das Market Profile bildet Marktaktivität über Zeit und Preis ab. Kern: Märkte sind Auktionsprozesse, die so lange in eine Richtung laufen, bis sie Gegeninteresse finden. TPOs sind die Bausteine dieses Prozesses.
Die Tagestypen spiegeln unterschiedliche Grade der Richtungsüberzeugung wider — von fehlender Überzeugung (Nontrend) bis maximaler (Trend Day). Klicke auf ein Profil für Details.
Die Gesamtform des Tagesprofils liefert Hinweise auf die zugrunde liegenden Marktkräfte. Vier Formen sind handelspraktisch besonders relevant.
Die erste Handelsviertelstunde ermöglicht es, sehr früh zu beurteilen, welcher Tagestyp sich entwickelt und welches Extrem mit höherer Wahrscheinlichkeit hält.
Alle Market-Profile-Referenzpunkte ergeben sich direkt aus der Marktstruktur — nicht aus willkürlichen technischen Indikatoren.
| Referenzpunkt | Verwendung im Handel | Typ |
|---|---|---|
| VAH / VAL | Responsive Trade: Kauf bei VAL; Verkauf bei VAH — sofern kein Ausbruch erwartet wird. Klassische zwei-seitige Handelszonen. | Intraday S/R |
| Point of Control | Magnetisches Ziel bei Trendpausen. Markt kehrt häufig zum POC zurück wenn Überzeugung nachlässt. Stops knapp dahinter riskant. | Fairness-Anker |
| Tails | Starke S/R-Referenzpunkte. Hält der Tail unter Druck → Trade in Tail-Richtung. Durchbruch → potenzieller Trendwechsel. | OTF-Ablehnung |
| Single Prints | Schlüsselzone in DD-Trend-Tagen. Rückkehr in die Zone gegen Handelsende = potenzielle Umkehr der zweiten Verteilung. | Strukturelle Zone |
| Gestrige Range-Extreme | Ausbruch + Akzeptanz → Folgepotenzial. Rückkehr in gestrige Range → Falle für Breakout-Trader. | Tagesreferenz |
| Excess-Punkte | Starke mittelfristige S/R. Tails, Single Prints, Island Days, Gaps = verschiedene Excess-Formen. Rückkehr zu Excess = Setup-Gelegenheit. | Mittelfristige S/R |
| Bracket-Extreme | Responsive Trade an den Rändern des Brackets. Ausbruch mit Akzeptanz und fehlendem Rücklauf → Trendsignal. | Langfristige S/R |
| Weak High / Weak Low | Extrempunkte ohne echte OTF-Ablehnung. Werden häufig am Folgetag getestet und durchbrochen — kein verlässlicher Stop-Bereich. | Vorsicht: labiler Punkt |
Diese drei Sondersituationen entstehen, wenn der Markt schlagartig aus dem Gleichgewicht gerät. Sie liefern klare strukturelle Hinweise — und gehören zu den profitabelsten, aber auch riskantesten Handelssituationen.
Konkrete Handelssituationen, wie sie täglich entstehen. Jedes Setup basiert auf dem Zusammenspiel mehrerer Market-Profile-Konzepte — kein Einzelindikator, sondern strukturelle Konvergenz.
Steidlmayers ursprüngliches Market Profile war für die klassischen Pit-Sessions konzipiert (z.B. CME: 8:30–15:15 CT). Inzwischen handeln die meisten Futures-Märkte fast rund um die Uhr. Das verändert die Interpretation — aber nicht die Grundprinzipien.
| Aspekt | RTH-Gewichtung | ETH-Rolle |
|---|---|---|
| Value Area / POC | Primärquelle — aus RTH berechnen | ETH-VA als Kontext-Overlay |
| Tails / Excess | Hauptreferenz für S/R | Nur relevant wenn sehr ausgeprägt |
| Gap-Analyse | Gap gegen RTH-Vortagsrange entscheidend | ETH-Range als Vermittler |
| Initial Balance | RTH-Eröffnung (erste 60 Min.) | ETH-IB liefert Overnight-Kontext |
| Opening Type | Nur für RTH-Open auswerten | ETH-Verlauf erklärt Gap-Entstehung |
| Spike-Analyse | RTH-Schluss-Spike = vollwertig | ETH-Spikes = schwächeres Signal |
| Tagestyp-Diagnose | Ausschließlich RTH-basiert | ETH gibt frühen Bias-Hinweis |